Mate-Tee (Info)

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Quelle Kaffee oder Tee, SWR 01.10.2003 Erfasst von Christina Phil:

Zubereitung

Lebenselixier Suedamerikas _Geschichte und Herkunft: Von Ureinwohnern und Jesuiten-Tee_ Er ist das Nationalgetraenk Argentiniens. Getrunken wird Mate Tee aber auch in Parapguay, Uruguay und im Sueden Brasiliens. Bei uns ist von Mate Tee immer nur dann die Rede, wenn wieder eine neue Fastenkur von sich reden macht, die Mate als Bestandteil hat. Denn er wird bei Reduktionsdiaeten empfohlen, weil er angeblich die Hungergefuehle nehmen soll - doch hier scheiden sich die Geister. Auf alle Faelle ist Mate Tee ein Getraenk mit langer Tradition, dass in Suedamerika ganz selbstverstaendlich zum Alltag gehoert, wie bei uns der Kaffee.
Wie beim Roibostee in Suedafrika waren es auch beim Mate Tee die Ureinwohner Paraguays, die Guarani Indianer, die die stimulierende Wirkung dieses Tees entdeckt hatten. Genauer gesagt handelt es sich um die getrockneten Blaetter des immergruenen Matestrauchs. Als dann die Spanier im 16. Jahrhundert Suedamerika eroberten, bemerkten auch sie die Wirkung des gruenen Suds. Jesuiten, die zur Missionierung in das Land kamen, verdanken wir die ersten Forschungen und vor allem die wichtigsten Erkenntnisse ueber seinen Anbau. Ihnen gelang es, die Pflanze zu kultivieren und in Plantagen anzubauen. Deswegen bekam der Mate-Tee auch den Beinamen "Jesuiten-Tee" Laut Lexikon ist die Matepflanze (botanisch: Ilex paraguariensis, Yerbabaum, Mate-Teestrauch) ein Baum aus der Gattung der Stechpalmen; in Suedamerika ist er eine der wenigen immergruenen Pflanzen, die es auch bei uns in Mitteleuropa gibt. Mit dem Teestrauch, aus dem Schwarztee gewonnen wird, hat der Matebaum also keinerlei Verwandschaft. Ihre einzigen Gemeinsamkeiten sind, dass beide Koffein enthalten.
Zur Nutzbarmachung werden die Baeume als robuste Straeucher gehalten, die das ganze Jahr ueber viel Waerme und eine hohe Luftfeuchtigkeit brauchen. Deswegen kommt die Subtropenpflanze Mate nur in Paraguay, Uruguay, Suedbrasilien und im Nordosten Argentiniens vor. Jaehrlich werden in den genannten Regionen um die 300.000 Tonnen Mate produziert.
_Vom Baum in die Tasse - die Verarbeitung_ Die Ernteperiode erstreckt sich recht lange, naemlich zwischen Februar und Oktober. Dann werden die juengsten Blaetter bzw. Zweige eines Strauches geerntet und schnell getrocknet, um die Oxidation bzw. Fermentation zu vermeiden. Vereinfacht gesagt wird dem Blatt, das etwa 60 Prozent Wasser enthaelt, mit sehr hohen Temperaturen schnell die Fluessigkeit entzogen: entweder werden die Blaetter ca. 30 Sekunden ins Feuer gehalten, was einen rauchigen Geschmack erzeugt, oder die Blaetter werden in einer rotierenden Trommel hitzebehandelt.
Dieser Trockenvorgang wird mehrmals wiederholt, bis die Blaetter nur noch eine minimale Restfeuchte enthalten. Hat dieser Vorgang etwa ein bis zwei Tage in Anspruch genommen, dauert der naechste bis zu einem Jahr. Denn nachdem die holzigen Stiele und die Beerenfruechte von den Blaettern aussortiert wurden, werden die Blaetter in Saecke gepackt und muessen erst mal 9 bis 12 Monate liegen und reifen, um ihr eigenes Aroma zu entwickeln.
Erst dann werden als letzter Schritt die Blaetter zermahlen und verpackt.
_Von Kuerbissen und Silberroehrchen - das Geheimnis der Mategefaesse_ Wir sprechen jetzt nicht von grauen Mate-Alltag, der sich in der heutigen Zeit genauso dem Diktat der Schnelligkeit unterwerfen muss wie beim herkoemmlichen Tee, wo Wasser erhitzt und ein Teebeutel kurz eingetunkt wird. Nein, die Rede ist vom Genuss des suedamerikanischen Getraenks aus den traditionellen Mate Gefaess. Der Mate-Becher besteht urspruenglich aus einem Flaschenkuerbis, einer Kalebasse, der getrocknet und ausgehoehlt wurde. Oben haben die Kalebassen einen Metallring, um die Oeffnung zu befestigen. Diese Ringe werden gerne mit Mustern verziert, es gibt aber auch Ringe aus Silber und sogar goldene. Um den Tee zu trinken, braucht man ein Trinkhalm aus Metall, die Bombilla, das an seinem unteren Ende ein Sieb hat, so dass die feinen Teekruemel nicht mitgetrunken werden.
_Zur Zubereitung_ Das Mate-Ritual ist stets das Gleiche, ob jetzt bei den Gauchos am Lagerfeuer in der Pampa oder im Grossstadtgewuehl von Buenos Aires: die losen Teeblaetter werden in das Trinkgefaess gegeben (1/2 bis 2/3 seines Volumens mit Blaettern fuellen), heisses, jedoch niemals kochendes Wasser kommt dazu, aber nur gerade soviel, dass die Kraeuter dieses aufsaugen koennen. Da Mate wie die meisten Teesorten koffeinhaltig ist, wird die Wirkung durch die Ziehzeit bestimmt: Kurzes, heisses Aufbruehen verstaerkt die anregende Wirkung, waehrend Aufbruehzeiten von ueber 6 Minuten eher beruhigen.
Ist alles Wasser eingegossen, fuehrt man die Bombilla, den metallenen Trinkhalm, in das Gefaess ein und laesst es sich schmecken. Mate-Kenner schwoeren darauf, den ersten Aufguss aufzusaugen und ihn gleich wieder auszuspucken, da er zu bitter schmeckt. Sie empfehlen, erst ab dem zweiten Aufguss zu trinken, aber das haengt auch von den Mate-Sorten ab.
Natuerlich kann man Mate auch wie "gewoehnlichen" Schwarztee oder Pfefferminztee ganz normal aufgiessen. In Argentinien nennt man dies "gekochten Mate", gerade fuer Kinder wird er gerne mit etwas Milch, Minze oder Zitrone zubereitet.
Wie oben schon erwaehnt, laesst sich Mate-Tee mehrmals aufgiessen, vergleichbar mit gruenem Tee. Allerdings ist sein herber, rauchiger Geschmack gewoehnungsbeduerftig.
_Mate-Tee: ein Gesundbrunnen?_
Mate wurde von den Guarani-Indianern aus Paraguay und Argentinien in die Kolonien gebracht. Es scheint, als waere er das meistbenutzte, hausgemachte Heilmittel der Guarani gewesen. Die Guarani-Indianer schreiben ihm viele heilende Kraefte zu, etwa um die Abwehrkraefte zu staerken, gegen die Muedigkeit und um den Geist anzuregen, den Appetit zu zuegeln und fuer den Stressabbau.
Doch heutzutage hat der Mate in Argentinien und Paraguay keinen medizinischen Stellenwert mehr, sondern er ist "nur" noch ein Getraenk wie bei uns Kaffee.
Trotzdem bleibt festzuhalten, dass Mate zahlreiche Vitamine und Mineralien enthaelt, sowie Karotin, Vitamin A, C, E, B-1, B-2; Riboflavin, Nikotinsaeure, Pantothensaeure, Magnesium, Calcium, Eisen, Sodium, Kalium.
Es ist nicht bewiesen, dass Mate als eine Art Schlankmacher wirkt, aber er zuegelt sicherlich den Appetit und kann so bei einer Diaet oder Fastenkur den Fluessigkeitsbedarf decken und gleichzeitig fuer die Zufuhr wichtiger Vitamine und Mineralstoffe sorgen. Sein Koffeingehalt ist geringer als bei Kaffee oder schwarzem Tee. Mate hat eine anregende Wirkung vergleichbar mit schwarzem oder gruenem Tee, er regt einen aber nicht auf wie Kaffee, sondern wirkt sanfter und lang anhaltender. Auch bei Verdauungsbeschwerden, insbesondere bei Reizmagen beruhigen die Gerbstoffe des Mate-Tees die Schleimhaeute und lindern Magenschmerzen.
Experte im Studio: Leonardo Cocimano, Mate-Teehaendler Frankfurt Fuer weitere Informationen wenden Sie sich bitte an: SWR Zuschauerpost Telefon: 07221-929-4636
http://www.swr.de/kaffee-oder-tee/essen/tee/2003/10/01/index.html

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