Boomsorte Riesling (Info)

1 Bewertung
publiziert auf 1001-Rezept vor 13 Jahren
Share |
Aufwand

URL
Einbetten
Aufrufe 14
Kalorien: - Zubereitungszeit -

Zutaten für (1 Text)

Zubereitung

_Die Lust auf deutschen Wein steigt wieder an_
Viele Jahre lang haben die deutschen Winzer darauf gewartet, dass der Chardonnay-Boom endlich endet. Diese Sorte hat den Anbau weltweit dominiert. Jetzt sieht es so aus, als haetten die Weintrinker weltweit wieder mehr Lust auf Vielfalt, auf Weine aus unterschiedlichen, regionaltypischen Rebsorten - und damit eben auch auf den deutschen Riesling. Ganz sanft hat sich das angedeutet, bis im vergangenen Herbst Robert Parker, der wohl maechtigste Welt-Weinkritiker, einigen deutschen Rieslingen Hoechstnoten (bis zu 100 von 100 moeglichen Parker-Punkten) gegeben hat. Und das, nachdem er jahrelang nur vernichtendes ueber deutschen Wein schrieb. Diese Einschaetzungen sind besonders fuer den amerikanischen Markt wichtig. Seitdem berichten deutsche Winzer, dass sie viel leichter und viel mehr Riesling nach USA, aber auch in andere Teile der Welt verkaufen.
_Hochwertiger Riesling wird gut bezahlt_
Es gibt ein aktives Interesse der Kunden in Uebersee an Weinen dieser Sorte. Armin Goering, der Chef des deutschen Weininstituts hat juengste Zahlen so bewertet: "Deutscher Riesling ist in den USA gefragt wie nie zuvor. Die Exporte sind innerhalb eines Jahres um 36 Prozent gestiegen, und das bei einem durchschnittlichen Preis von 3,44 Euro pro Liter. Diese Zahlen belegen, dass wir in den USA vor allem hochwertige Riesling Spaetlesen und Auslesen absetzen." Die Amerikaner sind - nur wegen der Parker-Bewertung bereit gewesen, das 6-7-fache des Preises ab Weingut zu bezahlen.
_Vielfaeltigkeit wird in Deutschland gross geschrieben_
Der Boom koennte durchaus anhalten, denn der Riesling ist facettenreich wie kein zweiter Wein. Auf der ganzen Welt wird er kultiviert, aber ein Riesling aus Australien laesst sich nicht mit einem Riesling aus dem Elsass oder aus Oesterreich vergleichen. Am besten zeigt sich die Vielfalt der Rebsorte in Deutschland. Waehrend ein Riesling von Mosel-Saar-Ruwer in der Regel unter 11% Vol. Alkohol liegt und durch Mineralitaet, Eleganz und eine lebendige Saeure besticht, scheint ein Riesling aus der Pfalz das krasse Gegenteil zu sein. Die Gewaechse aus der Pfalz erreichen durch das warme Klima eine sehr hohe Reife. Spaetlesen haben gerne um die 13% Vol. Alkohol und eine sehr ausgereifte, aber praegnante Saeure.
_Lange Haltbarkeit_
Ein anderer Aspekt des Rieslings ist seine lange Lagerfaehigkeit. Durch seine lebendige Saeure bleibt ein grosser Riesling durchaus 10 Jahre jung und spritzig. Edelsuesse Spitzengewaechse bringen ein Alterungspotential mit wie ein Sauternes oder ein grosser roter Bordeaux. Auch das eine Voraussetzung fuer einen Kultstatus. In Deutschland wurde der Riesling seit Ende des Mittelalters als hochwertige Rebsorte geschaetzt. 1720 wurde der erste reinsortige Rebberg mit Riesling auf Schloss Johannisberg gepflanzt. Ueblich war zu dieser Zeit ein gemischter Satz mit Silvaner, Gewuerztraminer und teilweise Weissburgunder.
_Eine kleine Anekdote_
Eine Anekdote besagt, dass 1775 der erste edelsuesse Riesling geerntet wurde. Schloss Johannisberg benoetigte aus Fulda die Genehmigung des Fuerstbischofs, mit der Lese beginnen zu duerfen. Als der Reiter mit der Erlaubnis nicht rechtzeitig eintraf, schrumpften die Trauben und wurden dann mit einer Edelfaeule (Botritis cinera) ueberzogen. Die Ernte schien vernichtet, als der Ritter eintraf. Gluecklicherweise presste man die Trauben dennoch und es ergab einen wunderbaren Saft, an Nektar und Honig erinnernd. Nach dieser Zeit baute man die deutschen Spitzenweine regelmaessig suess aus. Seit Ende des 19. Jahrhunderts gehoerten sie zu den besten und teuersten Weinen der Welt. Leider hatte man im Laufe der Zeit auch minderwertige Qualitaeten mit Suessreserven versehen und dadurch den exzellenten Ruf der Weine in Misskredit gebracht.
_Was braucht man, um einen guten Wein zu erhalten?_
Damit der Riesling zu seiner wahren Groesse gelangt, benoetigt er ein kuehles Klima und eine lange Reifezeit. Nur so kann er genuegend Mineralien aufnehmen und Extrakt bilden, um auch bei vergleichsweise niedrigen Alkoholgehalten noch rund und fuellig zu schmecken. Nur allzu oft haben Winzer versucht, spitze, gruene Saeure mit pappigem Traubensaft aufzumischen. Das aendert sich.
Der Boom hat also zwei Ursachen: objektiv bessere, d.h. gehaltvollere und rundere Weine. Und die Laune eines Weinpapstes.
http://www.swr.de/kaffee-oder-tee/tipps-tricks/wein/2003/09/11/index .html
#AT Christina Philipp #D 15.09.2003 #NI ** #NO Gepostet von: Christina Philipp #NO EMail: chrphilipp@web.de

< Bookweitenschubbers, Buchweizenpfannkuchen (Ostfriesen)
Booser Thailaendischer Reissalat >