Seelen #2

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publiziert auf 1001-Rezept vor 16 Jahren
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Kalorien: - Zubereitungszeit -

Zutaten für (1 Rezept)

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Zubereitung

Hefe im Wasser aufloesen. Mit allen Zutaten einen weichen Teig bereiten, gut kneten und 45-60 Min. ruhen lassen. Waehrend dieser Ruhezeit wird der Teig zweimal mit nassen Haenden durchgeknetet, nach dem letzten Durchkneten nochmals gut aufgehen lassen.
Backofen auf 240°C vorheizen.
Die gesamte Teigmenge zu einem ca. 15 cm breiten Strang formen. Von diesem Strang mit einem Messer oder grossen Teigabstecher zwei 3-5 cm breite Teigstuecke abschneiden, auf ca. 20-30 cm Laenge ziehen und mit der Schnittflaeche nach oben auf ein gefettetes oder mit Backpapier belegtes Blech setzen. Teigstuecke mit Wasser bestreichen, mit grobem Salz und Kuemmel bestreuen, nochmals gehen lassen.
Eine Schale Wasser in den Backofen stellen, dann das Blech einschieben. Backzeit: ca. 20-25 Min. bei 240° C.
"Seelen" werden bevorzugt aus Dinkelmehl hergestellt. Diese schwaebische Spezialitaet kommt aus dem Oberschwaebischen, hat sich aber heute fest in Ulm und auch Stuttgart etabliert.
Mit armen Seelen haben die gebackenen Seelen tatsaechlich etwas zu tun. Frueher, nur zu Allerseelen gebacken, dienten sie als Speisung fuer die Toten. Im Christentum wurde das Allerseelenfest 998 eingefuehrt. man glaubte die toten an diesem Tage unter sich, und so wurden sie zusammen mit den Lebenden mit Brot versorgt. Spaeter wurden die Brotopfer an Arme und Kinder verteilt. Je mehr ein Hof Seelbrote verteilte, um so mehr tat er fuer sein eigenes Seelenheil.
Wenn ein Bursch seiner Geliebten eine grosse Seele schickte, so galt dies als ein Heiratsantrag. auf dass sie ein Herz und eine Seele werden! Eine richtige Seele formt man mit der Hand in eine ca. 20 cm lange und ca. 5 cm breite Stange, die mit Salz und Kuemmel bestreut wird. Aber es gibt auch noch, zwei Seelen schlagen in jeder Brust, gesuesste Seelen. Denn frueher schenkte der katholische Pate seinem Patenkind zu Allerseelen eine suesse Seele, auf dass er fuer die armen Seelen bete. So ueberliefert auf der Schwaebischen Alb und dem Neckarland. Aus Augsburg sind sogar Seelenbrezen ueberliefert, die man an Allerheiligen an das Grabkreuz haengt. Aber wie gesagt - es war einmal.
Bescheiden wie wir sind, begnuegen wir uns heute mit einer Seele, taeglich frisch mit Salz und Kuemmel bestreut, frisch auf den Tisch. Und dass wir es nicht vergessen: "Vergelt's Gott - segne's Gott!" war frueher das Dankeschoen fuer eine Seele.

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