Fruehlingszwiebel, Winterheckenzwiebel

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Zubereitung

Die Geschichte der Winterheckenzwiebel beginnt nicht in Europa, sondern in China. Dort finden sich um 100 v. Chr. die aeltesten Nachweise ueber die Winterheckenzwiebel als Nahrungspflanze, und zwar fuer weissroehrige Formen. Ihr Ursprung und ihre Stammsippen unter den Wildpflanzen sind nicht bekannt. Von Zentral- und Westchina aus gelangten die alten Kulturformen zunaechst um 900 n. Chr. nach Japan und Russland. Nach Europa wurde die Winterheckenzwiebel wahrscheinlich im Mittelalter oder knapp danach von Russland aus eingefuehrt. Die frueheste Abbildung der Schnittzwiebel befindet sich im Kraeuterbuch des Joachim Camerarius aus dem Jahr 1585. Er bezeichnet sie als Schnittzwiebeln oder Schleisszwiebeln. 1562 brachte ein Schweizer Botaniker die dort bislang unbekannte Zwiebel nach England mit und nannte sie 'Welsh onion', was so viel bedeutet wie 'fremde Zwiebel'. Im 17. Jahrhundert war die Winterheckenzwiebel in Deutschland, Frankreich und England allgemein bekannt. Als Schnittlauch der einfachen Leute war die Winterheckenzwiebel auch eine der gaengigsten Pflanzen der fruehen amerikanischen Kuechengaerten des 18. und 19. Jahrhunderts. Auf den Markt gelangte die Winterheckenzwiebel zu jener Zeit jedoch noch nicht. In Europa pflanzte man sie oft als Rabatteneinfassung und verwendete sie als Kuechengewuerz. Im Gartenbuch von Vilmorin von 1856 werden die weisse und die rote Winterheckenzwiebel erwaehnt.
Kulturelle Bedeutung und Verwendung - Die Winterheckenzwiebel hat in China, Japan und Teilen der ehemaligen Sowjetunion seit langer Zeit hohe wirtschaftliche Bedeutung. In Ostasien spielt die Schnittzwiebel etwa die Rolle unserer Kuechenzwiebel, die in tropischem Klima schlecht bis gar nicht gedeiht. In der chinesischen Kueche werden Stengelzwiebeln als Gemuese verwendet. Sie werden in verschiedenen Stadien genutzt: ganz jung zur ausschliesslichen Blattnutzung; spaeter verwendet man die kleinen Zwiebeln, die auch gebleicht werden; in Japan werden diese 'nebuka' genannt.
In China werden Winterheckenzwiebeln haeufig fuer den Winter getrocknet. Bei uns wird die junge Pflanze meist als Schnittlauchersatz gebraucht - besonders im Oktober und November, wenn es an Schnittlauch mangelt. In Frankreich und Italien nuetzt man die im Fruehling sehr frueh austreibende Winterheckenzwiebel als mehrjaehrige Kultur mit dicken Roehren. Das gruene Laub wird zum Wuerzen von Suppen, Salaten, Saucen und Fleischspeisen verwendet. Frueher dienten bei uns die Blaetter auch zum Fuettern junger Truthuehner.
Aeussere und innere Merkmale - Der Geschmack der Winterheckenzwiebel ist weniger intensiv als der der Kuechenzwiebel. Ihre hohlen roehrenfoermigen Blaetter werden bis zu 30 cm lang und erreichen etwa 2 cm Durchmesser. Die Pflanze ist ausdauernd und winterhart. Sie bildet eigentlich keine Zwiebeln, nur der untere Teil des Stengels ist durch Blattscheiden verdickt, aehnlich wie beim Lauch.

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