Kresse (Info)

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publiziert auf 1001-Rezept vor 14 Jahren
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Zubereitung

In diesen Wintermonaten faellt es mancher Hausfrau schwer, viel Abwechslung in Sachen frisches Gemuese auf den Tisch zu bringen. Haben Sie schon mal an Kresse gedacht?
In den Wintermonaten bringt Kresse in Sachen frisches Gemuese Abwechlung auf den Tisch. Die kleinblaettrige Kriechpflanze bietet sich jetzt, wie auch ihr Name verspricht, zum "Knabbern" an, denn der Name Kresse stammt wohl vom indogermanischen gres = fressen, knabbern, ab. Der Gemuesegarten gibt ja leider saisonbedingt gar nichts her, aber versuchen Sie doch ganz bequem auf der Fensterbank Ihr eigenes frisches Gemuese zu ziehen, denn dazu brauchen Sie nur geeignete Samen, Licht, Luft, Wasser und ein wenig Geduld.
Dennoch ist Kresse nicht gleich Kresse. Die grosse Kresse-Familie gehoert zu den Kreuzbluetlern und setzt sich quasi aus "Adoptivkindern" zusammen. Zwar tragen mehrere Salatpflanzen und Kraeuter den Namen "Kresse", botanisch gehoeren sie jedoch alle unterschiedlichen Gattungen an.
Herkunft und Geschmack: - Wenn von Kresse die Rede ist, meint man in der Regel diese kleinen, feinen Keimpflaenzchen, die Gartenkresse. Sie ist die bedeutendste von rund 80 Arten der Gattung Lepidum. Die Heimat der Gartenkresse ist Vorderasien, wahrscheinlich Persien. Gartenkresse wurde schon in den Graebern der Pharaonen gefunden. Die Roemer brachten die Gartenkresse nach Mitteleuropa, deren Anbau dann besonders von Karl dem Grossen gefoerdert wurde. Man laesst die schnellwachsende Pflanze, die 30 bis 60 cm hoch wird, niemals auswachsen, sondern erntet sie stets zwei bis drei Tage nach der Keimung. Die - wie gesagt - entfernten Verwandten der Gartenkresse werden stets mit ihren Eigennamen wie Brunnen-, Winter-, Kapuzinerkresse bezeichnet. - Brunnenkresse, Wasserkresse (Nasturtium officinale), ist ein einheimisches Gewaechs im Sumpf oder in fliessenden, naehrstoffreichen Gewaessern. Auch den Roemern war die Brunnenkresse schon bekannt, die sie als Salat- und Gewuerzpflanze verwendeten. Den Hoehepunkt der Verbreitung hatte sie im 14. Jahrhundert in Frankreich, wo sie in grossen Kulturen angebaut wurde. Sie kommt bei uns selten mit ihrem langen, an die Wasserkultur angepassten Wurzelsystem in den Handel, sondern nur die mineralstoffreichen, aromatischen Blaetter. In Asien wird die ganze Pflanze als Gemuese gekocht. Die Brunnenkresse kann bis 60 cm hoch werden. - Die Kapuzinerkresse stammt aus Peru und Bolivien. Von dort gelangte sie um 1600 nach Spanien und von dort recht schnell nach Grossbritannien. Als rankende Gartenpflanze ist sie weit verbreitet und bekannt. Ihr Namen leitet sich von ihren Blueten, die den Kopfbedeckungen von Kapuzinern gleichen, und den schildfoermigen Blaettern ab. Helme und Schilde wurden frueher zur Schau gestellt. Bei der Kapuzinerkresse sind neben den Blaettern, die Blueten eine sehr dekorative und geschmacklich interessante Ergaenzung fuer Salate. - Auch geschmacklich gibt es Unterschiede. Die Gartenkresse, die in sogenannten Kressebeeten im Handel erhaeltlich ist, ist rettichartig scharf und man sollte sie wegen ihres intensiven Geschmacks in der Regel nur mit Grundgewuerzen wie Salz oder Pfeffer verwenden. Die Brunnenkresse hat einen viel zarteren Geschmack als die Gartenkresse, sie ist also das "feinere" Gemuese.
Gesundheit: Gesundheitlich gesehen ist Kresse zu empfehlen. Frische Gruenkraeuter, wie so ein Teppich aus Blaettchen steckt voller Vitamine, Spurenelementen, Mineral-und Ballaststoffen. Den Naehrwert junger Sprossen erreichen viele Pflanzen spaeter nie. Gerade die Kresse wirkt bei der sicher bald eintretenden Fruehjahrsmuedigkeit erfrischend. Dazu tragen das reichlich enthaltene Vitamin C und B und ss-Carotin bei. Unsere Hirnanhangdruese, fuer die Produktion unserer Hormone verantwortlich, enthaelt die hoechste Konzentration an Vitamin C. Reichlich Eisen und Vitamin K sind fuer die Blutbildung zustaendig und koennen mit einer Portion Kresse unserem Koerper zugefuehrt werden. Schon seit Jahrtausenden wurden die Kreuzbluetler zu Heilzwecken verwendet. Die heilende Wirkung, die Schaerfe und den typischen Geschmack der Kresse verdanken wir den Glucosinolaten. (die Molekuele enthalten Schwefel), die zu den sekundaeren Pflanzenstoffen gehoeren. Diese Stoffe werden erst bei Verletzung der Pflanzenzelle durch ein Enzym freigesetzt, also Kauen genuegt, und koennen dann ihre antibakterielle Wirkung einsetzen. Vor allem das Senfoel in der Kresse (Benzylsenfoel) besitzt die staerkste antibiotische Wirkung unter den Senfoelen und wird deshalb als pflanzliches Breitbandantibiotikum bezeichnet. Besonders wirksam sind Senfoele bei Harnwegsinfektionen. Jedoch gilt auch hier: eine schwere Infektion ist natuerlich nicht mit Senf und Kresse zu behandeln! Zur Vorbeugung in Grippezeiten sind diese pflanzlichen Antibiotika aber eine gute Vorbeugungsalternative. Wirkungsvolle Menge ist ab ca. 20 g Kresse pro Tag.
"Eigenproduktion" und Lagerung: Natuerlich kann man schon ein fertiges "Keim-Set" zum Aussaeen in der Gaertnerei kaufen. Man kann die Kresse aber auch selbst auf kleinen Schalen, Tellern oder in Kaesten auf Watte oder ein wenig Sanderde, sogar mehrfach gefaltetem Kuechenpapier, ziehen, sie waechst naemlich auf jedem feuchtigkeitshaltenden Untergrund. Wichtig ist der geeignete Samen, Wasser, Licht und Luft. Besonders guenstig ist bei diesem eigenen Anbau ist, dass man keine Pflanzenschutz- und Duengemittel braucht. Achten sie darauf, dass sie den Samen nicht mit den Haenden beruehren (Verkeimung). Mit Hilfe eines Kuechensiebes unter fliessendem Wasser gut abspuelen. Und dann in den geeigneten Behaelter aussaeen. Ein heller, nicht der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzter Platz moeglichst in Fensternaehe und eine Temperatur zwischen 18 und 22°C sind die idealen Bedingungen zum problemlosen Keimen. Sie koennen die Kresse alle zwei bis drei Tage nachsaeen, so dass sie immer frische "Ware" verfuegbar ist. Nach einer Woche haben die Sproesslinge die notwendige Hoehe erreicht und koennen geerntet werden.
Als Hinweis zur Lagerung: Kaufen sie auf keine Fall matte oder gelbliche Ware, die ist bestimmt nicht mehr frisch. Beim Kauf von Brunnenkresse gilt, je dunkler und groesser die Blaetter, desto frischer. Im Kuehlschrank beliebt die Ware noch maximal 2 Tage frisch, aber eigentlich ist bei Kresse sofortiger Verzehr angesagt.
Und was gibt es denn als Serviervorschlaege fuer die Kresse ? Natuerlich sollte Kresse moeglichst frisch gegessen werden, denn das Kochen zerstoert unweigerlich Naehrstoffe, die wir ja in dieser Jahreszeit dringend brauchen. Mit einer Handvoll Kresse laesst sich ein eher fader Kopfsalat wirkungsvoll aufpeppen und auch zum Garnieren sind diese Blaettchen immer geeignet. Mir schmecken die Kressesproesslinge besonders gut auf Butterbrot, oder mit einer Avokadocreme. Auch im Tomaten-Kartoffelsalat oder im Rindfleischsalat passt der wuerzige Geschmack ausgezeichnet. Viel Frische enthaelt ein Glas Buttermilch mit Kresse pueriert, ein Tip gegen Fruehjahrsmuedigkeit!
Rezepte: Kresseforellen Kresse-Brotaufstrich Kresse-Buttermilch-Drink Rindfleischsalat mit Paprika und Kresse
http://www.swr-online.de/kaffee-oder-tee/vvv/alles-frisch/archiv/200 2/02/07/index.html
#AT Christina Philipp #D 08.02.2002 #NI ** #NO Gepostet von: Christina Philipp #NO EMail: chrphilipp@web.de

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